HANDGELENKSCHMERZ

Ein Handgelenkschmerz kann viele Ursachen haben, zumal das Handgelen k relativ kompliziert aufgebaut ist, wie das Röntgenbild zeigt:

     

 

Der besseren Übersicht wegen teilen wir die Ursachen in drei Gruppen ein:

  1. Handgelenkschmerz, der auf eine Eigenerkrankung zurückzuführen ist.

    Hier wäre an erster Stelle die Arthrose zu nennen, eine vorwiegend degenerative
    (= abnutzungsbedingte) Gelenkerkrankung, die (mit großen Schwankungen) erst mit zunehmendem Alter auftritt. 
    Die Ausbildung einer Arthrose bzw. Handgelenkarthrose und der damit verbundene Handgelenkschmerz kann durch mehrere Faktoren begünstigt werden. So z.B. Überlastungen (Arbeit am Computer), Vorschädigungen infolge eines Unfalls oder auch eigenständige Gelenksentzündungen (Arthritis). Selten können auch Tumore zu einem Handgelenkschmerz führen, meist gehen diese von der Innenhaut der Gelenkkapsel (Membrana synovialis) oder von der Gelenkkapsel selbst aus. 
  2. Handgelenkschmerz bei Gelenkentzündung (Arthritis) infolge einer Systemerkrankung. 

    Meist sind dabei mehrere Gelenke betroffen. In dieser Gruppe dürften rheumatische bzw. rheumatoide
    (= rheumaähnliche) Ursachen dominieren. 
    Bei der primär chronischen Polyarthritis (PcP), auch rheumatoide Arthritis oder Polyarthritis rheumatica genannt, handelt es sich um chronische, unterschiedlich fortschreitend verlaufende, entzündliche, destruierende
    (= mit Zerstörung einhergehenden) Gelenkkrankheiten mit Beteiligung aller Gelenk strukturen. Es besteht eine Tendenz zur Bewegung seinschränkung bis zur Ankylosierung (= vollständige Gelenksteife), aber auch zum Stabilitätsverlust der Gelenk e, Beteiligung von Sehnenscheiden (Tendosynovitis) u. Sehnen mit entsprechenden Folgezuständen. Vor allem in Gelenknähe kommt es zu Bildung von Rheumaknoten unter der Haut. Typisch sind auch Muskelatrophien (= Verringerung der Muskelmasse), vor allem im Bereich des Hand rückens. 
    Im Jugendalter kann ein Handgelenkschmerz im Rahmen einer systemischen juvenilen chronischen Arthr
    itis (Still Syndrom) auftreten, eine meist symmetrisch verteilte Polyarthritis (= En tzündung in mehreren Gelen ken). Begleitende Krankheitszeichen sind Fieber, Milz- und Lebervergrößerung sowie Lymphknotenschwellungen. 
    Auch die Schuppenflechte (Psoriasis) kann zu einem Handgelenkschmerz führen. Bei der Psoriasisarthritis handelt es sich um eine fortschreitende, gelenkzerstörende Erkrankung, bevorzugt an Hände
    n und Füßen
    Bei oder nach Infektionskrankheiten (z.B. Masern, Mumps, Röteln, Windpocken) kann es ebenfalls zu einem Handgelenkschmerz kommen, die sog. parainfektiöse reaktive Arthritis.
    Schließlich kann ein Handgelenkschmerz auch im Rahmen der Gich
    t-Erkrankung auftreten, die sog. Gichtarthritis bzw. Arthritis urica.
     
  3. Andere Handgelenkschmerz en

    Meist vorübergehend nach Verletzungen (Fraktur, Prellung, Zerrung, Quetschung, Verbrennungen,….), auch nach Überlastungen und Verschleiß (Sport, Musizieren, schwere körperliche Arbeit,…). Auch Ganglien (= gallerthaltiges Gebilde an Gelen ken und oberflächliche Seh nen des Han d- und Fußrücken s) können zu einem Handgelenkschmerz führen. Ein heftiger Handgelenkschmerz tritt häufig im Rahmen einer Sudeck-Dystrophie (Morbus Sudeck) oder selten als einziges Symptom bei einer Zeckenborreliose auf.
    Schließlich ist noch erwähnenswert, daß auch eine Styloiditis
    (= En tzündung des Griffelfortsatzes) zu einem Handgelenkschmerz führen kann, ebenso die Lunatummalazie, auch als Kienböck Krankheit oder Mondbeinnekrose bezeichnet (= Absterben des Mondbeins).
     

Schmerztherapie (Spezielle Schmerztherapie) bei einem Handgelenkschmerz:

Nicht selten verbleiben trotz einer kausalen (= auf die Ursache gerichteten) fachärztlichen Behandlung weiterhin Schmerzen, so daß dann schmerztherapeutische Behandlungsmethoden gefragt sind. Oft sind diese bei verschiedenen Grundkrankheiten die gleichen, da sie sich nach dem Schmerz und dessen Ausdehnung und nicht mehr vorrangig nach der Ursache richten. Ein länger bestehender Handgelenkschmerz erfordert praktisch immer eine Kombination von verschiedenen Therapieverfahren, die i.d.R. nur in spezialisierte Zentren (Schmerzklinik) angeboten werden können. Bei einem Handgelenkschmerz sind dies: 

1.     Information über die Erkrankung

2.     Medikamentöse Schmerzbehandlung (u.a. Schmerzmittel, schmerzlindernde Psychopharmaka, auch als Infusionen, individuell ausgetestet)

3.     Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika) in Form von Infiltrationen und Nervenblockaden, auch kontinuierlich mit Katheter 

4.     Akupunktur

5.     TENS-Therapie (schmerzlindernde elektrische Ströme, die von einem kleinen tragbaren Gerät abgegeben werden), Magnetfeldtherapie (pulsierende Signaltherapie) oder auch Hochtontherapie.

6.     Physiotherapie (Krankengymnastik und Anwendungen) bei Funktionseinbußen

7.     Psychologische Therapieverfahren (bes. Entspannungsverfahren und Schmerzbewältigungstraining)

Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika) bei einem Handgelenkschmerz:
Bei einem anhaltenden Schmerz sollten rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt werden. Eine sehr wirksame Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder Suchtpotential, ist die therapeutische Lokalanästhesie mit einem lang wirkenden örtlichen Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain) in Form von örtlichen Betäubungen und Nervenblockaden. Dabei wird das schmerzhafte Gelenk wiederholt (stationär bei uns zwei mal täglich) großzügig perikapsulär
(= um die Gelenkkapsel herum) infiltriert. 
Das schmerzhafte Gelenk kann auch mit "Zeel®" umspritzt werden, was manchen Patienten mit "homöopathischer" Grundeinstellung sehr entgegen kommt. 
Als nächst höhere Therapiestufe kommt bei einem anhaltenden Handgelenkschmerz die kontinuierliche Blockade des Plexus brachialis
(= Armnervengeflecht) zum Einsatz. Da der Pl exus brachial is reich an vegetativen (= das unwillkürliche Nervensystem betreffenden) Nervenfasern ist, tritt neben der nozizeptiven (= die Schmerzreizleitung betreffenden) Hemmung auch eine ausreichende ausreichende Sympathikolyse (= gefäßerweiternde Wirkung) ein.
Bei herabgesetzter Lokalanästhetika-Konzentration (z.B. 10 bis 15 ml Bupivacain, 0,1 bis 0,15%) bleibt die Motorik
(= Muskel kraft) erhalten, so daß begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich sind. 
Die Methode kann zeitgleich auch beiderseits durchgeführt werden, aus Sicherheitsgründen sollte bei repetitiver Applikation
(= wiederholter Einzelverabreichung) diese alternierend (= im Wechsel) erfolgen.
Eine weitere Therapiemöglichkeit wären auch wiederholte Stellatumblockade
n (= Blockaden des Ganglion stellatum, eine vegetative Schaltstelle im seitlichen Halsbereich) in gehäufter Abfolge, optimal in kontinuierlicher Form mit Katheter*

* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird ein dünner Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Nerven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel) völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Ner ven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmer zen, die auf eine verminderte Blutversorgung, auf entzündliche (z.B. Arthritis) oder auch degenerative (z.B. Handgelenkarthrose) Prozesse zurückzuführen sind, sehr hilfreich ist, denn eine gute Durchblutung wirkt entzündlichen und degenerativen Schmerzursachen kausal (= ursächlich) entgegen.

Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation, weil damit die betroffenen Patienten oftmals überhaupt erst in einen rehabilitationsfähigen Zustand gebracht werden können. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.co.uk (einfach anklicken).

Wußten Sie schon, daß laut Bundesregierung alle gesetzlich krankenversicherte Personen einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation haben und sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen können  - Lesen Sie dazu die Ausführungen des Bundesministeriums für Gesundheit: http://www.die-gesundheitsreform.de/gesundheitssystem/themen_az/infoblaetter/rehabilitation/index.html?param=st  (einfach anklicken)
a
Ist eine Rentenversicherung Kostenträger, besteht diese Wahlmöglichkeit jedoch nicht, aber:
Sozialgerichte stärken die Rechte von Schmerzpatienten gegenüber den Rentenversicherungen. Danach hat ein Schmerzpatient ein Recht  darauf, in einer schmerztherapeutischen Klinik behandelt zu werden.
Hier gelangen Sie zu einem 1. Urteil (Sozialgericht Kassel) (Pressemitteilung dazu: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051207009&phrase=schmerzklinik). Mittlerweile gibt es diesbezüglich zwei weitere Urteile, so vom Landessozialgericht Hamburg: http://www.schmerz.com/schmerzen/sozialgericht2 (Pressekommentar dazu: https://www.pressetext.at/pte.mc?pte=070710027&phrase=Schmerzklinik) und vom Sozialgericht Köln erging eine entsprechende, einstweilige Verfügung in nur 23 (!!) Tagen: www.schmerz.com/schmerzen/sozialgericht1.

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Aktualisiert: >21.08.2007</> kusb
A
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B Bandscheibenhernien, Bandscheibenschaden, Behandlung bei Cluster-Kopfschmerz, Behandlung bei Kopfschmerzen, Biofeedback (www.bio-feed-back.de), Borreliose (www.bor-reliose.de), Brustamputation, Brustwand (www.brustwand.com),
C Chronischer Schmerz (www.schmerz-chronischer.de) (1), chronischer-schmerz (www.chronischer-schmerz.org)(2), chronischer Schmerz (http://www.chronischer-schmerz.eu)(3), Cephalalgia,  
D Daumensattelgelenk (www.daumensattelgelenk.de), Diskektomie, Diskopathie, Diskushernien (http://www.diskushernien.de), Durchbruchschmerzen, Durchblutungstörung, Dysästhesie,

E Eigenhypnose, Ellenbogen (www.ellenbogen-info.de), EMDR (www.em-dr.de), Entzündung, Entzug, Entzugsbehandlung, Epidurale Blockade (Peridurale Blockade)
F Fersenbein (www.fersenbein.de), Fortbildung Spezielle Schmerztherapie, Fortbildung Anästhesie und Schmerztherapie (www.anaesthesie-cme.de)
G Ganglion stellatum, Gelenkabnützung, Behandlung bei Gesichtschmerzen, Gesundheitsreform, Gelenksabnützung, Grenzstrangblockaden, Gürtelrose-Schmerzbehandlung
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Q Querschnittsyndrom
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U Überlastungssyndrom,
V  Vorbeugung der Migräne, Verschleißrheuma, Vulvodynia
W Weiterbildung Spezielle Schmerztherapie,
Wurzelblockaden, Wurzelreizungen,
Z zentraler Schmerz,
Zentrum für Schmerztherapie (www.xn--zentrum-fr-schmerztherapie-6zc.de),

Hier gelangen Sie zu einem kompetenten Schmerzforum: link: www.schmerzforum.net

Links zu empfehlenswerten Einrichtungen:

www.norderney-insel-hotel.de/norderney-hotel
www.norderney-insel-hotel.de
Schmerzklinik: www.schmerzklinik-1.de, www.schmerzklinik.biz , www.schmerzklinik.com, www.schmerz.com
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